Eigene Ausstellungen

WOGA Offene Galerien und Ateliers, Wuppertal

Am WOGA Wochenende 30. und 31. Oktober stellt Kirsten Radermacher neue Arbeiten vor. In ihrer künstlerischen Auseinandersetzung beleuchtet Kirsten Radermacher die Prozesse und Materialien der Fotografie. Zu sehen sind Fotografien, Diaprojektionen sowie Objektkunst.

Kam einst die Fotografie wie ein Wunder daher, – wie konnte die Realität auf einem Trägermaterial wie asphaltbeschichteten Zinnplatten und mit Jod und Silber beschichteten Kupferplatten erscheinen? – sind wir heute in der virtuellen Realität angekommen. Ein Grund mehr für Kirsten Radermacher, sich auf die Ursprünge der Bildgebungsverfahren zu besinnen und sie in ihren Arbeiten zu reflektieren.

In den näheren Blick kommen sowohl bildgebende Flächen sowie Belichtungs- und Entwicklungsprozesse. Dazu nutzt Kirsten Radermacher beispielsweise Graphitpulver, das sie auf Fotografien aufträgt, so dass die Bilder in der Fläche zu verschwinden scheinen. Damit kehrt sie quasi den Entwicklungsprozess um. Oftmals erscheinen so die Fotografien wie Zeichnungen.

Auch in ihren Objekten diskutiert Kirsten Radermacher die verschiedenen Materialien, die für Bildgebungsverfahren genutzt werden. Hier löst sie beispielsweise durch Wässerungsverfahren die Bildflächen wieder von den Trägermaterialien ab, verformt sie und schafft so neue Realitäten, in denen die Ursprungsbilder eher wie Erinnerungen anmuten. Die neuen Bildflächen selbst bestehen aus dem reinen Beschichtungsmaterial und Pigmenten, somit vorrangig Kunststoff. Damit nimmt Kirsten Radermacher auch Bezug auf die Bedeutung von Kunststoffen und Mineralien – Stoffe, die in unserem Leben unverzichtbar erscheinen, aber zugleich auch Fragen nach Nachhaltigkeit, Umweltverschmutzung und Konsum aufmachen.

| WOGA 2021 – Wuppertaler offene Galerien und Ateliers | (dis)appear | Einzelausstellung | 30.10.2021, 14-20 Uhr + 31.10.2021, 12-18 Uhr | Kühlraum 6, Foyer, Scheidtstraße 18, Wuppertal |