Kirsten Radermacher
Foto: © Elisabeth Pfahler-Scharf

Am Anfang steht ein Medium, das ursprünglich als „Abbilder der Wirklichkeit“ verstanden wurde: Die Fotografie. Sie bewegt sich zwischen Abbildungsrealität und subjektiver Wahrnehmung. In diesem Spannungsfeld habe ich Zugang zur freien künstlerischen Fotografie gefunden.

Im ständigen Dialog mit mir, der Fotografie und meiner Umgebung folge ich meiner Intuition. So kommt hervor, was hervor kommen will – Bilder, Themen, Projekte. Das Ergebnis liegt zunächst im Ungewissen. Damit ist meine Fotografie mal konkret und dann wieder im absoluten Wandel. 

Zumeist fotografiere ich in meiner direkten Umgebung und reagiere auf das, was ich vorfinde. Beeindruckt von den Fotografien des Amerikaners William Eggleston finden sich auch bei mir nicht selten Motive des Alltäglichen. Allerdings beschränke ich mich nicht auf eine einziges Genre, denn es geht um weit mehr als um das Abgebildete.

Bildauswahl aus dem Künstlerbuch S P A T I U M (2020)
Bildauswahl aus dem Künstlerbuch S P A T I U M (2020), siehe Projekte

So wie sich Pinselstriche in einem Gemälde verbinden, so können sich Fotografien zu einem Werk verbinden. Nicht im Einzelbild sondern in der Bildkombination sehe ich daher meine künstlerische Arbeit. Ich nehme mir viel Zeit, um neu entstandenes Bildmaterial zusammen mit meinem Bildarchiv zu sichten. So fügen sich Bilder zu Reihen, Tableaus oder Sequenzen zusammen. Über die Kombination können sich nun die Einzelbilder vom reinen Abbild lösen und schaffen gemeinsam eine Welt dahinter.

aus dem Buch reVISION (2020)
Bildauswahl aus dem Künstlerbuch reVISION (2020), siehe Publikationen