Projekte, Publikationen

S P A T I U M und sein Hintergrund

Laut Marc Auges Buch „Nicht-Orte“ ist es ein Maß der Zeit. Die Übermoderne, in der wir leben, hat zur Vermehrung von Nicht-Orten geführt.

Wir wandeln als Reisende zwischen Orten und Nicht-Orten hin und her. Wir passieren und durchqueren, um Orte zu erreichen, die unsere Identität, Beziehungen und unsere Geschichte ausmachen. Dort, wo wir Zuhause sind.

An den Nicht-Orten gehen wir in der Masse unter. Die Ähnlichkeit und ein reines Koexistieren überwiegen. Zu diesem Zeitpunkt verbinden ausschließlich die gleichen Ziele.

Auch wenn der Begriff Nicht-Ort hier eher negativ klingt, muss dies nicht so interpretiert werden. Man kann sich hier laut Marc Auge einer passiven Freude der Anonymität und dem aktiven Schauspiel hingeben.

Im Künstlerbuch S P A T I U M sind Parkplätze, Garagen, Bahnhofsecken und im Wandel befindliche Verkaufsräume zu sehen. Die einzelnen Orte sind anonym und geben nichts über Lage oder Sinn preis. Sie sind Zwischenräume / Passagen und bekommen ihre Bedeutung durch die Orte, die sie verbinden.

Publikationen

S P A T I U M – Künstlerbuch online veröffentlicht

Mein neuestes Künstlerbuch „S P A T I U M“ wollte ich zum Salon de Photographie veröffentlichen. Aufgrund der aktuellen Situation wurde aber auch der Termin Anfang Juni abgesagt. Der Salon wurde schließlich auf 2021 verschoben. (Details hierzu werden noch folgen.)

Das Künstlerbuch, welches hier erstmals zu sehen gewesen wäre, habe ich nun online veröffentlicht.

S P A T I U M ist ein Begriff aus der Druckindustrie und bedeutet so viel wie Zwischenraum. Es sind Orte zu sehen, die nur dem Kommen und Gehen dienen bzw. sich gerade im Wandel befinden.

Das Buch ist über meinen Showroom hier oder direkt über diesen Link auf YouTube erreichbar. Viel Vergnügen!

Publikationen

Fernweh

Nicht mehr als jetzt wünscht man sich die Möglichkeit zurück, sich ungezwungen in der Welt zu bewegen und neue Ecken zu erleben.

Ich habe einen neuen Bereich auf meiner Website angelegt, auf dem ich neue Fotoprojekte und Publikationen virtuell über Videos präsentiere: Seite Showroom. Jetzt zu sehen ist mein Fotoprojekt „route__“. Es ist ein Leporello und erzählt über das Reisen und Unterwegssein. Die Fotografien habe ich im letzten Sommer in Portugal aufgenommen.

My leporello route__ is now online. I hope you enjoy.

 

Projekte, Publikationen

Leporello route__

Mein neustes Fotoergebnis ist das Leporello route__. Es erzählt über das Reisen und Unterwegssein. Hier geht es zum Videoclip…

Publikationen

Fotografie in der Diskussion: Personen in Bildern

In der Beitragsreihe „Fotografie in der Diskussion“ (Teil 3 mit diesem Beitrag) möchte ich verschiedene Themen unter Zuhilfenahme von Literatur und sonstigen Informationsquellen ansprechen, die mich in meiner künstlerischen Entwicklung derzeit beschäftigen. Teil 1 thematisiert Trends und die Balance von Handwerk und Kunst in der Fotografie. In Teil 2 geht es um Kunstrichtungen und -stile, wie Realismus, Minimalismus und Abstraktion.

Welche Bedeutung haben Personen in Kunstwerken?

Sind Bewegung, Dynamik und Emotion wirklich ausschließlich an die Abbildung von Menschen gebunden? Das Kunstwerk Nighthawks (1942) von Edward Hopper, dem amerikanischen Maler des Realismus 1882-1967, und die zugehörigen Texte der Autorin Eva Schmidt zeigen, dass die Phantasie des Betrachters durch die Akteure durchaus angeregt wird. Man ist versucht, die entwickelten Theorien stets mit der Emotionen in den Gesichtern der Personen abzugleichen [1]. Es erleichtert damit dem Betrachter, dem grundlegenden Gefühl in den Werken auf den Grund zu gehen.

Eine besondere Kraft scheint aber ebenso von einer Menschenleere ausgehen zu können. Die Wirkung einer ruhigen Stimmung in den Aufnahmen wird durch die Menschenleere unterstützt. Götz Diergarten, ein deutscher Fotokünstler der Gegenwart und ehemaliger Schüler von Bernd Becher, verzichtet in seinen Fotografien auf die Abbildung von Personen und scheint somit seine Aussage der Entschleunigung zu transportieren [2]. Edward Hopper scheint auch ohne den Menschen durch eine wahrnehmbare Selbstbezogenheit der Dinge und der Natur – vor allem aus einer rein visuell-ästhetischen Intention heraus – den Menschen weder als Wirkung noch als abgebildete Gestalt in seinen Bildern zu benötigen [1]. Das zeigen Bilder wie z.B. Lighthouse Hill (1927) und Ryder’s House (1933). Die Kunstwerke sind m.E. dadurch nicht weniger beeindruckend.

Personen können aber auch die Macht besitzen, den Ausdruck in einer Fotografie zu kanalisieren. Dazu ist es nicht nötig, dass die Person das Hauptmotiv ist. Menschen können auch sehr effektiv als unterstützendes Beiwerk eingesetzt werden, kaum erkennbar, nur Silhouetten. So sind die Menschen in Wall Street (1915) von Paul Strand, dem amerikanischen Fotokünstler 1890-1976, Symbol der Fortbewegung der Menschenmassen auf der Straße [3]. In Los Angeles (1955/56) von Robert Frank, einem schweizerisch-amerikanischen Fotokünstler, Filmregisseur und Kameramann der Gegenwart, liegt der Fokus auf dem Leuchtpfeil an der Hauswand [1]. Die Person unten im Bild verstärkt zudem die Botschaft durch die gleichgerichtete Bewegung.

Beeindruckende und aussagekräftige Kunstwerke erfordern nicht zwingend die Anwesenheit der Menschen und ihrer Geschichten im Bild. Auch die Dinge und ihre besondere Komposition ermöglichen eine Aussagekraft.

Referenzen
[1] Georg-W. Költzsch und Heinz Liesbock (1992).  Edward Hopper und die Fotografie: Die Wahrheit des Sichtbaren. Museum Folkwang Essen. DuMont Verlag. ISBN 3-7701-3117-7.
[2] Ralf Hanselle (2009). Abstrakte Fotografie – Neue Sehgewohnheiten in der Fotokunst. Junge Kunst Nr. 78. 31-33.
[3] Paul Strand (1976). Sixty Years of Photographs. Fraser Verlag. 0-900406-81-X.