Zwischen Orten und Nicht-Orten | between places and non-places

Wir befinden uns in der Zeit der Übermoderne [1]. Hier gewinnen Nicht-Orte vermehrt an Bedeutung. Wir wandeln als Reisende zwischen Orten und Nicht-Orten hin und her. Wir passieren und durchqueren, um Orte zu erreichen, die unsere Identität, unsere Beziehungen und unsere Geschichte ausmachen – dort, wo wir Zuhause sind.

An den Nicht-Orten gehen wir hingegen in der Masse unter. Unsere Ähnlichkeit und ein reines Koexistieren überwiegen. Zu diesem Zeitpunkt verbinden uns ausschließlich die gleichen Ziele. Nicht-Orte sind damit auch unscheinbar. Man könnte meinen, sie existieren, um zu funktionieren, und bedeuten nicht mehr.
Die Nicht-Orte bieten aber gleichzeitig den Raum, um uns einer passiven Freude der Anonymität und dem aktiven Schauspiel hingeben zu können. Sie bieten die Kulissen und eröffnen eine andere Sicht.


In today’s life, we are traveller between places and non-places. This is the time of ‚Übermoderne‘ as Marc Auge called it [1]. Passing non-places, our identity, relations and our history do not matter. We are the same and have the same targets. The non-places could be meant just to exist and are insignificant but they disclose us to be anonym and get another view on it.

 

[1] Marc Auge (2019). Nicht-Orte. C.H.Beck

 

Selbstporträts | self portraits

Gleichzeitig in der Rolle des Betrachters und des Betrachteten – gleichzeitig ein Blick von außen und von innen. Dieses Genre bietet einen Raum der Reflexion und vertieft das Wesen der Porträtfotografie.


The view outside and inside: You are subject and object. This is an opportunity for reflection and for in-depth analysis of the nature of portrait photography.

 

Lissabonner Requiem | Lisbon Requiem

„Lissabonner Requiem“ ist ein literarisches Werk von Antonio Tabucchi.
Tabucchi beschreibt Begegnungen zwischen Fiktion und Realität, die an realen Orten in Lissabon stattfinden.

„[In diesem Projekt] geht es nicht um eine touristische visuelle Dokumentation von Lissabonner Plätzen […]. Die Bilder verweisen oft mehr auf literarische Stellen im Buch als auf wieder erkennbare Orte in Lissabon. […] sie führen durch die Vorstellungen und assoziative Fiktionen der Fotograf/innen angeregt durch das Buch von Tabucchi. Die Fotos sind also eher eine fiktive Reise durch die Vorstellungswelten der Fotograf/innen und auf dem Hintergrund der Aussage von F. Pessoa zu lesen: Was wir sehen ist nicht was wir sehen, sondern was wir sind.“

(Ausschnitte aus dem Begleittext von Michael Jochum in „Lissabonner Requiem, Ergebnisse VI – Workshop Michael Jochum 2018, edition Fotowerk Hrsg.“ publiziert in 2019, siehe Publikationen)


‘Lisbon Requiem‘ is the title of Antonio Tabucchi’s literary work.
A. Tabucchi talks about encounters between the fictive and the real world. Different places in Lisbon are mentioned.
Michael Jochum, editor of the publication ‘Lissabonner Requiem‘ (engl. Lisbon Requiem), explains: The photographs present the imagination and associative fictions of the photographer inspired by the book of Tabucchi. (cf. Artist books)